Wärmeerzeuger-Steuerung

Zur Steuerung von Wärmeerzeugern stehen diverse Funktionen zur Verfügung, mit welchen die Steurerung auf die Anlage optimiert werden kann:

  • Die Prioritäten-Funktion erlaubt die Priorisierung unterschiedlicher Ladesteuerungsfunktionen in fünf Stufen
  • Die Ladesteuerungen können als primäre Ladungen zur Ladung mit der Master-Erzeuger-Funktion des WPC3-U oder als sekundäre Ladungen zur Ladung mit sekundären Wärmeerzeugern konfiguriert werden. Primäre Ladungen können ausserdem einen Alternativ-Betrieb bei Störung des primären Erzeugers oder bei speziellen Aussentemperaturbedingungen, sowie einen Parallel-Betrieb einleiten.
  • Die Master-Erzeuger-Funktion des WPC3-U (in der Standard-Version oder in der erweiterten und leistungsfähigeren Form des optionalen Software-Features Master-Erzeuger WPC3-SF-ME) bietet die Möglichkeit, mehrere Wärmeerzeuger in definierten Stufen zuzuschalten. Dabei können Einschaltbefehle für externe Erzeuger (Öl, Gas, Elektro, Holz) ausgelöst werden oder die Regler-internen Erzeuger der Wärmepumpenfunktion oder von Slave-Erzeugern vernetzter Regler angesteuert werden. Auch eine Leistungsregelung mit variablen Erzeugern ist möglich.

Prioritäten-Steuerung

Die Funktion Prioritäten-Steuerung erlaubt es, jeder Warmwasser-, Heizkreis- und Kühlkreis-Ladung eine individuelle Priorität zuzuordnen. Es stehen dabei fünf Prioritäts-Stufen zur Verfügung: Sehr niedrig, niedrig, mittel, hoch und sehr hoch.

Ausserdem stellt die Prioritäten-Steuerung sicher, dass beim Umschalten zwischen Heiz- und Kühlbetrieb jeweils einstellbare Verzögerungszeiten eingehalten werden. So wird ein schnelles Hin- und Herschalten des Anlagenzustands zwischen Heizen und Kühlen wirksam verhindert.

Ladungs-Steuerung

Die Erweiterungsfunktion Ladungs-Steuerung erlaubt es, einen Speicher, einen Heizkreis, einen Kühlkreis oder einen Heiz-Kühlkreis von einer beliebigen Wärmequelle (z.B. Wärmepumpe, Elektroeinsatz, Holz, Öl, Gas o.a.) zu speisen. Dabei besteht die Möglichkeit, die Wärmepumpe im Parallel- oder Alternativbetrieb mit anderen Erzeugern einzusetzen.
Die Speicherladung kann über einen oder bei Bedarf zwei Temperaturfühler gesteuert werden (oberer Fühler schaltet Ladung ein, unterer aus). Alle Ausgänge können frei konfiguriert werden.

Es stehen drei Speicherladungsprogramme zu Verfügung:
Beim Programm "Warmwasser" erfolgt die Ladung des Speichers über eine externe Wärmequelle, sobald Wärme benötigt wird.
Das Programm "Heizkreis" übernimmt die berechnete Vorlauf-Solltemperatur der Erweiterung Heiz- und/oder Kühlkreis als Speicher-Solltemperatur oder berechnet die Solltemperatur abhängig von der Aussentemperatur anhand einer separaten Heizkurve.
Das Programm "Desinfektion" bietet eine zuverlässige und energiesparende Möglichkeit des Legionellenschutzes. Dabei wird der Speicher in periodischen Abständen (Periode einstellbar bis 14 Tage) auf eine hohe Temperatur geladen. Zwischen den Desinfektionsvorgängen wird die Speichertemperatur abhängig vom Verbrauch niedriger gewählt.

Die Speichersolltemperatur kann in den Programmen Warmwasser und Heizkreis in bis zu drei Zeitfenstern separat eingestellt werden, sodass die Solltemperatur im Tagesverlauf verbrauchsgerecht angepasst wird.

Heiz-/Kühlkreis

Diese Erweiterungsfunktion erlaubt es, konventionelle Heiz- und/oder Kühlkreise in die Anlage zu integrieren. Die Raumtemperatur kann sehr feinfühlig vorgegeben werden. Die Regelung erfolgt in Abhängigkeit der Raumtemperatur und/oder der Aussentemperatur (witterungsgeführt).
Bei witterungsgeführter Regelung besteht zusätzlich die Möglichkeit, mit Hilfe eines Raumthermostaten korrigierend einzugreifen.

In Verbindung mit der Hardware-Option WPC3-RG und dem entsprechenden Raumgerät (z.B. RG3-PSTL ) ist neben der Raum-Solltemperatur auch der Betriebszustand des Heizkreises (Ein, Aus, Absenkbetrieb) vom Raum aus einstell- und ablesbar (LED-Anzeige).

Die Ansteuerung des Heizkreis-Mischventils erfolgt in Form einer Dreipunkt-Regelung über zwei 230VAC-Ausgänge oder in Verbindung mit den Hardware-Optionen WPC3-010Vout , WPC3-010V oder WPC3-010VEEV und unter Zuhilfenahme der Erweiterungsfunktion PID-Regler über einen analogen 0-10VDC-Spannungsausgang.

Standard-Master-Erzeuger

Die Funktion Standard-Master-Erzeuger ermöglicht ein Energiemanagement mit bis zu zwei Leistungsdefinitionen für die Energieerzeuger.

In der Betriebsart "Standard" werden die Wärme- und/oder Kälteerzeuger abhängig von der benötigten Leistung in Stufen zugeschaltet. Dabei erfolgt ein automatischer Laufzeitausgleich der Erzeuger.

Alternativ können in der Betriebsart "Leistung" auch Erzeuger mit variabler Leistung eingesetzt werden. Ein Laufzeitausgleich der Erzeuger ist in dieser Betriebsart nicht möglich.

Wenn komplexere Leistungsdefinitionen benötigt werden, so kann dies mit dem optionalen Software-Feature WPC3-SF-ME, der Erweiterungsfunktion Master-Erzeuger umgesetzt werden.

Solarfunktion

Mit Hilfe der Erweiterung Solarfunktion lässt sich eine thermische Solaranlage in die Heizungsanlage integrieren. Die Bedienung der gesamten Heizungsanlage inkl. der Solaranlage erfolgt dadurch einheitlich über die Bedieneinheit des WPC3-U.

Es stehen insgesamt 13 Solarschemata zur Verfügung:

Schemata mit einem Kollektorfeld ohne Schwimmbad

Anlagen
mit einem
Solarspeicher
Solarschema (0.1) 1F1S1W: 1 Flachkollektorfeld, 1 Speicher mit einem Wärmetauscher
Anlagen
mit zwei
Solarspeichern
Solarschema (1.1) 1F2SD2W: 1 Flachkollektorfeld, 2 Speicher (jeweils ein Wärmetauscher) mit Dreiwegeventil-Umschaltung Solarschema (1.2) 1F2SZ2W: 1 Flachkollektorfeld, 2 Speicher (jeweils ein Wärmetauscher) mit Zweiwegeventil-Umschaltung
Solarschema (1.3) 1F2SP2W: 1 Flachkollektorfeld, 2 Speicher (jeweils ein Wärmetauscher) mit Pumpen-Umschaltung
Anlagen
mit drei
Solarspeichern
Solarschema (2.1) 1F3SD3W: 1 Flachkollektorfeld, 3 Speicher (jeweils ein Wärmetauscher) mit Dreiwegeventil-Umschaltung

Schemata mit einem Kollektorfeld und Schwimmbad

Anlagen
mit einem
Solarspeicher
Solarschema (3.1) 1F1S1WSD: 1 Flachkollektorfeld, 1 Speicher mit einem Wärmetauscher und ein Schwimmbad mit Dreiwegeventil-Umschaltung Solarschema (3.2) 1F1S1WSZ: 1 Flachkollektorfeld, 1 Speicher mit einem Wärmetauscher und ein Schwimmbad mit Zweiwegeventil-Umschaltung
Solarschema (3.3) 1F1S1WSP: 1 Flachkollektorfeld, 1 Speicher mit einem Wärmetauscher und ein Schwimmbad mit Pumpen-Umschaltung
Anlagen
mit zwei
Solarspeichern
Solarschema (4.1) 1F2SD2WSD: 1 Flachkollektorfeld, 2 Speicher (jeweils ein Wärmetauscher) und ein Schwimmbad mit Dreiwegeventil-Umschaltung

Schemata mit zwei Kollektorfeldern

Anlagen
mit einem
Solarspeicher
Solarschema (6.1) 2FP1S1W: 2 Flachkollektorfelder mit Pumpen-Umschaltung, 1 Speicher mit einem Wärmetauscher
Solarschema (6.2) 2FD1S1W: 2 Flachkollektorfelder mit Dreiwegeventil-Umschaltung, 1 Speicher mit einem Wärmetauscher Solarschema (6.3) 2FZ1S1W: 2 Flachkollektorfelder mit Zweiwegeventil-Umschaltung, 1 Speicher mit einem Wärmetauscher
Anlagen
mit zwei
Solarspeichern
Solarschema (7.1) 2FP2SD2W: 2 Flachkollektorfelder mit Pumpen-Umschaltung, 																		2 Speicher (jeweils ein Wärmetauscher) mit Dreiwegeventil-Umschaltung

PID-Regler

Der PID-Regler ist eine universell nutzbare Regelfunktion mit jeweils einstellbaren Proportional-, Integral- und Differentialanteilen. Alle drei Anteile können ausserdem separat nach unten und nach oben begrenzt werden (Minimum und Maximum).

Als Ausgänge können zwei 230VAC-Ausgänge zur Dreipunktregelung, optionale 0-10VDC-Ausgänge oder ein optionaler Schrittmotorausgang z.B. zur Ansteuerung von elektronischen Expansionsventilen eingesetzt werden.

Zum Ausgangswert des Reglers wird ein einstellbarer Offset addiert. Eine ebenfalls einstellbare Fehlertoleranz des Ausgangs verhindert, dass der Ausgang zu oft nachgeführt wird, was insbesondere in Verbindung mit einem Schrittmotor-Ausgang wichtig sein kann. Der Ausgang wird dabei erst aktualisiert, wenn der berechnete Ausgangswert um die Fehlertoleranz vom aktuellen Ausgangswert abweicht.

Für die Soll- und Istwert-Eingänge stehen Einzel- oder Differenz-Eingänge für Temperatur, Druck, Durchfluss sowie interne und berechnete Variablen zur Auswahl.
Als Sollwerte können ausserdem berechnete Sollwerte (Überhitzung, Unterkühlung) sowie Konstanten gewählt werden.
Gemessene und berechnete Sollwerte lassen sich ausserdem mit Hilfe einer kubischen Gleichung gewichten.

Der Regler kann über einen Freigabe-Eingang ein- und ausgeschaltet werden. Für den Ausgang lassen sich dabei separate Start- und Stopp-Rampen definieren. Neben der Rampendauer kann die Kurvenform mit Hilfe einer polynomischen Approximation (Koeffizienten einer kubischen Gleichung) eingestellt werden.

Logik

Die Erweiterung Logikfunktion ermöglicht die Umsetzung komplexer Abhängigkeiten zwischen beliebigen anderen Erweiterungsfunktionen.

Die Logikfunktion bietet wesentlich mehr Möglichkeiten, als nur einfache UND- und ODER-Verknüpfungen beim Einsatz mehrerer Regelfunktionen mit dem selben Relais-Ausgang:
Neben der Logik KEINE, welche zum Duplizieren oder Invertieren eines Signals (Relais-Ausgang oder virtueller Ausgang einer anderen Erweiterung) dient, stehen als Grundlogikfunktionen UND und ODER mit jeweils bis zu 8 Eingängen zur Verfügung. Jeder Eingang und der Ausgang kann separat invertiert werden. Damit sind alle einstufigen Logikfunktionen mit bis zu 8 Eingängen realisierbar (inkl. XOR).

Zusätzlich lassen sich die steigende und fallende Flanke des Ausgangssignals durch separat wählbare Logikelemente modifizieren. Die Flanken können verzögert werden (Dauer einstellbar). Ausserdem können Sie durch die positive oder negative Flanke eines anderen Signals erzeugt / getriggert werden. Schliesslich besteht die Möglichkeit, die Flanken des Ausgangssignals durch eine Benutzerinteraktion zu triggern.

Für komplexe Logikfunktionen lassen sich mehrere Logik-Erweiterungen kaskadieren. Des Weiteren steht mit dem optionalen Softwarefeature Formelinterpreter (WPC3-SF-FI) ein noch mächtigeres Hilfsmittel zur Verfügung. Hiermit lassen sich u.a. benutzerdefinierte Regelparameter erzeugen und verwenden.

Schwellenwert-Schalter

Auf Grund der freien Wahl der Ein- und Ausgänge ist die Funktion Schwellenwert-Schalter äusserst flexibel einsetzbar.

Der Schwellenwert-Schalter arbeitet dabei wie ein Komparator: Er vergleicht einen gemessenen Istwert mit einem Sollwert. Überschreitet der Istwert den Sollwert, so wird der Ausgang eingeschaltet. Unterschreitet der Istwert den Sollwert um die einstellbare Hysterese, so schaltet der Ausgang aus. Der Ausgang lässt sich bei Bedarf invertieren.
Auf diese Weise lassen sich mit der Funktion Schwellenwert-Schalter u.a. Thermostaten und Pressostaten nachbilden.

Als Istwert-Eingang kann dabei ein einzelner Eingang oder ein Differenzeingang dienen. Es können Temperaturen, Drücke und Durchflüsse als Istwerteingänge verwendet werden. Auch sogenannte interne Variablen und berechnete Variablen können gewählt werden.

Als Sollwerte können ebenfalls Temperaturen, Drücke und Durchflüsse sowie interne und berechnete Variablen eingesetzt werden. Die Sollwerte lassen sich zusätzlich über eine kubische Gleichung gewichten. Alternativ kann eine Konstante als Sollwert definiert werden.

Wärmepumpen-Regelung

Die Funktion Wärmepumpe steuert alle direkt auf den Energieerzeuger Wärmepumpe bezogenen Komponenten. Sie eignet sich für Sole-, Wasser- und Luft-Wärmepumpen mit einem Kältekreislauf und bis zu vier Verdichtern (max. 2 Verdichter können in die Hardware-Sicherungskette integriert werden). Für grössere Wärmepumpen mit mehreren Kältekreisläufen können mehrere WPC3-U vernetzt werden (optionale Software-Features Master-Erzeuger und Slave-Erzeuger erforderlich). Dabei ermöglicht das optionale Software-Feature Master-Erzeuger eine sehr flexible Konfiguration, wie die einzelnen Verdichter und Kältekreisläufe bei Teillastbetrieb zugeschaltet werden sollen.

Die Wärmepumpenfunktion kann sowohl zur Heizung wie auch zur Kühlung (aktiv oder passiv) eingesetzt werden. Dabei werden zeitliche Faktoren wie die Mindestlaufzeit und die Mindeststillstandzeit der Kompressoren ebenso berücksichtigt wie Druck- und/oder Temperaturvorgaben sowie der von anderen Funktionen ermittelte Wärmebedarf.

Regler Expansionsventil (Überhitzungsregler)

Der Regler Expansionsventil basiert auf der Funktion PID-Regler, wurde jedoch speziell zur Steuerung eines schrittmotor-getriebenen, elektronischen Expansionsventils in Abhängigkeit der Überhitzung angepasst. Zum Betrieb dieser Funktion ist die Hardware-Option WPC3-010VEEV sowie das optionale Softwarefeature WPC3-SF-WP (Wärmepumpenfunktion) erforderlich.

Die aktuelle Überhitzung (Istwert) wird aus dem gemessenen Druck und der Sauggastemperatur berechnet. Die Eingänge für den Drucksensor (0-10VDC- oder 4-20mA-Eingang) und den Sauggas-Temperaturfühler sind frei konfigurierbar.

Die Überhitzungs-Sollwerte können in Abhängigkeit der Aussentemperatur und der Vorlauftemperatur an vier Punkten eingestellt werden. Der Regler ermittelt dann den aktuellen Sollwert durch lineare Interpolation zwischen diesen Punkten.

Die Proportional-, Integral- und Differential-Koeffizienten des PID-Reglers lassen sich in weiten Bereichen einstellen. Es können dabei zwei Parameter-Sätze definiert werden. Der zweite Parametersatz wird aktiv, wenn ein einstellbarer Druck und eine einstellbare Überhitzung überschritten wird.
Der Ausgangswertebereich lässt sich nach unten und oben hin begrenzen.

Benutzerdefinierte Bezeichnungen und Meldungen

Mit Hilfe der Hardware-Option WPC3-ETH (Ethernet-Schnittstelle) lassen sich sämtliche Ein- und Ausgänge beliebig benennen, sodass auch in ungewöhnlichen Anwendungen für den Endkunden verständliche Begriffe angezeigt werden können.

Auch Info-, Warn- und Störungsmeldungen können frei definiert werden. Die Meldungen lassen sich nach Bedarf automatisch oder manuell rückstellen und können zur einfachen Funktionsüberwachung der Anlage neben der Anzeige auf dem Display der Bedieneinheit auch per E-Mail versandt werden (SMTP).

Datenlogger

In einer Fehlerliste werden die jeweils letzten 30 Fehler mit Datum und Uhrzeit ihres Auftretens aufgezeichnet. Die Fehlerliste kann sowohl an der Bedieneinheit WPC3-MMI als auch mit Hilfe der Hardware-Option WPC3-ETH über den integrierten Webserver der Bedieneinheit abgerufen werden.

Über die Fernwartungsfunktion kann ausserdem auf die Logdatei zugegriffen werden. In dieser werden alle Temperaturen, die Zustände der Relais-Ausgänge sowie die Verdampfung, der Verdampfungs-Druck, die Kondensation und der Kondensations-Druck in einem einstellbaren Intervall aufgezeichnet.

Zusätzlich werden Zugriffe auf die Konfiguration des Reglers aufgezeichnet, sodass jederzeit geprüft werden kann, ob die Konfiguration einer bestimmten Funktion geändert wurde. Der Zugriff erfolgt auch hier über den integrierten Webserver der Bedieneinheit (Hardware-Option WPC3-ETH erforderlich).

Anlagenschema

Mit Hilfe der Funktion Anlagenschema können oft genutzte Funktionen wie Heizkreise, Heizkreis- und Warmwasser-Ladefunktionen, Raumgeräte und ein Energiezähler sehr einfach vorkonfiguriert werden. Wird eine Funktion im Anlagenschema vorgewählt, so wird sie als reguläre Standard- oder Erweiterungsfunktion im Regler konfiguriert. Geeignete Ein- und Ausgänge werden zugewiesen sowie entsprechende Standardwerte für die Regelparameter (z.B. Solltemperaturen und Wertigkeiten für die Sensoren der RG3-Raumgeräte) eingestellt. Alle durch das Anlagenschema vorgenommenen Konfigurationen und Einstellungen lassen sich nachträglich anpassen.

Aufheizprogramm

Das Aufheizprogramm ermöglicht das automatische, kontinuierliche Verändern aller Heizkreis-Sollwerte linear über bis zu 30 Tage (Start- und Stopptemperatur frei einstellbar) oder als flexibler Temperaturverlauf über bis zu 21 Tage (Temperatur pro Tag einstellbar).

Energiezähler

Die Funktion Energiezähler ermöglicht die Energiemessung an beliebigen Stellen innerhalb der Anlage. Abhängig von der Positionierung der Vor- und Rücklauffühler kann beispielsweise die von der Wärmepumpe oder einem Solarkollektor gelieferte Energie oder auch die aus einem Speicher entzogene Energie gemessen werden.
Der Energiezähler ermittelt dabei die Gesamtenergie seit dem ersten Einsatz des Reglers und eine rückstellbare Teilenergie. Ausserdem wird die aktuelle Leistung angezeigt.

Die Teilenergie pro Logzyklus sowie die aktuelle Leistung lassen sich auf eine regler-interne Variable ausgeben, welche vom Datenlogger zyklisch gespeichert wird.

Die Wärmekapazität des Wärmemediums (Wasser, sowie verschiedene Glykole in einstellbaren Mischverhältnissen werden unterstützt) wird für eine hohe Genauigkeit temperaturkompensiert.

In Verbindung mit einem externen Stromzähler mit S0-Schnittstelle, der an einem Spannungseingang der Optionen WPC3-010V oder WPC3-010VEEV angeschlossen wird, ermittelt die Energiezählerfunktion ausserdem die aktuelle elektrische Leistung, den elektrischen Verbrauch in kWh in zwei Tarifen sowie eine momentane und eine totale Arbeitszahl. Weitere Details finden Sie im Abschnitt Anwendungen unter Energiemessung.

Die Vor- und Rücklauffühler sowie ggf. verwendete Impuls-, Spannungs- und Freigabeeingänge können frei konfiguriert werden. Die Wertigkeit des Impuls-Eingangs lässt sich in weiten Grenzen frei einstellen. Zum Einsatz eines Volumenmessteils ist die Hardware-Option WPC3-010V oder WPC3-010VEEV erforderlich.

Soll eine möglichst kostengünstige Energiemessung durchgeführt werden (geringere Genauigkeit) kann ein fester Durchfluss am Regler eingestellt werden. Ein Volumenmessteil kann dann entfallen. Vor- und Rücklauffühler sind in jedem Fall erforderlich. Abhängig von der zu messenden Energie und der Fühlerpositionierung können jedoch bereits vorhandene Temperaturfühler wiederverwendet werden.

Mehrfach-Zeitschaltuhr und -Intervalltimer

Mit Hilfe dieser Funktion wird der WPC3-U zur flexiblen, programmierbaren Mehrfach-Zeitschaltuhr mit Zeitprogrammen und Intervallzeitgeber, denn wie bei den meisten anderen Funktionsmodulen des WPC3-U können auch mehrere Instanzen der Funktion Zeitschaltuhr konfiguriert werden.

Das Funktionsmodul verfügt über drei Betriebsarten:

  • Im Modus "Ein/Aus" wird innerhalb eines der bis zu fünf konfigurierbaren Zeitfenster ein Ausgang eingeschaltet und ausserhalb der Zeitfenster wieder ausgeschaltet.
  • Im Modus "Sollwert" wird innerhalb der Zeitfenster ein Sollwert in einer Regler-internen Varablen entsprechend der Einstellungen in den Zeitfenstern gesetzt. Dieser kann dann z.B. von einer PID-Regler- oder Speicherlade-Funktion weiterverwendet werden.
  • Im Modus "Intervall" wird ein Ausgang in einem einstellbaren Intervall für eine bestimmte Zeit eingeschaltet. Die Einschaltdauer und die Intervallzeit kann für jedes Zeitfenster separat eingestellt werden.

Für jeden Parameter (Sollwert, Intervallzeit, Einschaltdauer) kann ein geeigneter Wert eingestellt werden, der ausserhalb der Zeitfenster verwendet wird.

Die Zeitfenster beinhalten nicht nur die Möglichkeit eine Start- und Stoppzeit zu definieren, sondern können auch nur an frei wählbaren Wochentagen aktiviert werden. Des Weiteren lässt sich die Gültigkeit jedes Zeitfensters zusätzlich auf einen Datumsbereich einschränken. Das Wochenprogramm lässt sich ausserdem gesamthaft ein- und ausschalten, ohne jedes einzelne Zeitfenster umkonfigurieren zu müssen.

Formelinterpreter

Die Funktion Formelinterpreter ermöglicht die Implementation von benutzerdefinierten Parametern, Menüs und Regelfunktionen. Ohne Programmierkenntnisse können beispielsweise Sollwerte berechnet oder Logikverknüpfungen implementiert werden. So lassen sich beispielsweise mit kurzen und übersichtlichen Operatoren aufwendige Verdrahtungen von vielen Relais in Schaltschränken reduzieren und einsparen oder Thermostatfunktionen umsetzen.

Weitere Informationen zum Formelinterpreter sind hier zu finden.

Zirkulations- und Ladepumpen-Steuerung

Mit Hilfe der Zirkulationspumpen-Steuerung lässt sich sicher stellen, dass zu definierbaren Zeiten (z.B. an Werktagen morgens, mittags und abends) an allen Zapfstellen sofort Warmwasser bereit steht. Dazu wird die Zirkulationspumpe für eine einstellbare Mindestlaufzeit eingeschaltet und wieder ausgeschaltet, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Warmwasser-Vorlauf und -Rücklauf (Steig- und Fallrohr) unter einen einstellbaren Wert sinkt.

Eine Ladepumpen-Steuerung sorgt bei Bedarf zusätzlich dafür, dass die Warmwasser-Quellentemperatur für die Speisung der Zirkulationsleitung stets innerhalb einer maximalen Temperaturdifferenz zum Sollwert bleibt. Dies kann sinnvoll sein, wenn der Warmwasserspeicher von einem anderen Energiespeicher (oder Energieerzeuger) bei Bedarf nachgeladen werden soll. Über einen Strömungswächter-Eingang kann sichergestellt werden, dass die Ladepumpe nur läuft, wenn über die Zirkulationsleitung eine Umwälzung erfolgt.

IO-Erweiterung

Mit der Funktion "IO-Erweiterung" besteht die Möglichkeit, auf Temperaturfühler, 0-10V Eingänge, 4-20mA Eingänge und 230V AC Eingänge von vernetzten WPC3-U-Reglern zuzugreifen und deren Ausgänge fernzusteuern. Damit kann beispielsweise ein Aussentemperaturfühler für die Regelfunktionen in allen vernetzten WPC3-U-Reglern verwendet werden. Der Einsatz mehrerer Fühler an einem Ort für die Verwendung durch mehrere Regler gehört damit der Vergangenheit an.

Es besteht eine Latenzzeit von ca. 3 Sekunden. Sicherheitsrelevante Funktionen dürfen nicht auf Messwerte und Logik-Eingänge über das Netzwerk zugreifen.

Jeder WPC3-U kann Zugriff auf bis zu zwei weitere WPC3-U im Netzwerk erhalten. Es können also bis zu 3 WPC3-U miteinander vollmaschig vernetzt werden (jeder hat vollen Zugriff auf die anderen zwei). Ein Netz von mehr als 3 Reglern des Typs WPC3-U ist möglich, dabei kann jedoch jeder einzelne Regler auf maximal 2 der anderen Regler zugreifen.

Das Netz basiert auf einen Ethernet-Verbindung. Die Hardware-Option WPC3-ETH (Ethernet-Schnittstelle) ist auf allen zu vernetzenden Reglern erforderlich.

Einführungskurs WPC3-U und SORA-W/WX

  • Am 2. März 2018
  • Um 13:40 Uhr

findet bei Dolder Electronic AG

  • In 6037 Root
    (Nähe Luzern)

ein kostenloser Einführungskurs zu den Universalreglern WPC3-U und SORA-W/WX statt.